Blogparade:Mein Leben Mit / Als -Blogger machen Mut-


Hallo ihr lieben, heute gibt es mal einen ganz anderen Bericht von mir, etwas ­persönliches, ich hoffe, dass ich die richtigen Worte finden werde.
Die Blogparade ist voll im Gange und neigt sich langsam dem Ende zu, ich habe lange überlegt, ob ich meinen Text vorschreibe oder doch lieber spontan an die Sache ran gehe, ich habe mich für spontan entschieden.

Ich gehe jetzt 10 Jahre zurück, da war ich 27 Jahre jung, schwanger mit meinem ersten Kind und glücklich.
Das sich unser Leben kurze Zeit später schlagartig ändern würde daran hätte ich im Leben nicht gedacht.
Ich schreibe unser Leben, da es außer mir auch meine drei Brüder und meine Mutter betrifft.
Meine Brüder waren damals gerade 23, 15 und 16 Jahre jung, ein Alter, in dem man sich nicht unbedingt vorstellen kann, ohne Vater zu sein.
Meine Mutter war zu diesem Zeitpunkt 49 Jahre, viel zu jung um Witwe zu werden, doch das Schicksal hatte anderes vor.
Mein Vater war 51 Jahre, keiner, wirklich keiner hat mit seinem plötzlichem Tod gerechnet.
Meine Tochter ist drei Wochen zu früh auf die Welt gekommen, ich glaube manchmal das ­es so sein sollte, denn so hat mein Vater sie noch kennenlernen dürfen.
Da wir in Essen gewohnt haben, sind wir kurz nach der Geburt für eine Woche zu meinen Eltern gefahren und haben eine wunderschöne Woche zusammen verbracht.
Alles war stimmig in dieser Woche, es gab super Gespräche eine nette Feier und schöne Bilder.
Ich denke oft darüber nach, ob das wohl eine Art Abschied gewesen ist, den wir zu diesem Zeitpunkt nur noch nicht deuten konnten.
Mein Vater hat uns Freitagabend nach Hause gefahren, einen Tag später kam der Anruf von meiner Mutter, dass mein Vater im Sterben liegt.
Äh, wie jetzt?
Das kann doch nicht sein, gestern habe ich doch noch mit ihm geredet, mir wurde heiß und kalt zugleich, die Gedanken kreisten sich und ich zitterte am ganzen Körper.
Ich wollte sofort zu meinem Vater, die Schwester von meinem Mann hat mich dann gefahren.
Ich werde nie das Bild von meinem Vater vergessen, plötzlich lag er da, angeschlossen an Maschinen und ich wusste nicht, ob er mich vielleicht doch noch hören kann.
Wie kann das sein, das man einfach so plötzlich stirbt?
Keiner von uns hatte die Möglichkeit Abschied von ihm zu nehmen, ihm zu sagen, wie sehr wir ihn lieben.
Den Schmerz in den Gesichtern meiner Brüder und meiner Mutter zu sehen machte mich unendlich traurig, ich habe eine Mauer um mich gebaut, um irgendwie einen klaren Kopf zu bewahren.
Die drei Tage im Krankenhaus waren die schlimmsten meines Lebens, am dritten Tag kam ein Arzt um uns zu fragen, ob die Maschinen abgestellt werden sollen.
Was für eine Frage, wer sollte das entscheiden, meine Mutter, die eigentlich gar nichts mehr entscheiden konnte, meine Brüder die 15 und 16 waren, wer sollte das entscheiden?
Da drei verschiedene Ärzte den Gehirntod bei meinem Vater festgestellt haben, war eigentlich klar das ­es keinen Sinn macht ihn dort weiter liegen zu lassen, angeschlossen an Maschinen die den Anschein machen als würde er noch Leben.
Wir haben zusammen entschlossen, dass die Maschinen abgestellt werden, danach war alles still.
Alles kam mir unwirklich vor, ein böser Traum, der nicht enden will.
Die Nacht darauf war schrecklich, immer wieder bin ich aufgewacht und musste weinen, ich fühlte mich so unendlich leer.
Die ersten Tage ohne meinen Vater waren komisch, immer wieder hatte ich das Gefühl er kommt gleich nach Hause, doch er kam nicht.
Die Beerdigung war dann noch mal der schlimmste Gang, ehrlich gesagt kann ich mich nicht mehr an alles erinnern, es lief alles wie ein Film ab.
Ich habe zwei Dinge zu diesem Zeitpunkt erlebt, die gegensätzlicher nicht sein können, auf der ­einen Seite die Geburt meiner Tochter die mich unheimlich glücklich gemacht hat, auf der anderen Seite der Tod von meinem Vater der mich unendlich traurig gemacht hat.
Die zwei Gefühle zusammenzubringen ­ist mir nicht leicht gefallen, beides zu spüren, traurig zu sein aber auch glücklich zu sein.
Am Anfang habe ich gedacht, dass ich nie wieder glücklich sein könnte, doch das Leben geht immer weiter, so als wäre nichts passiert.
Heute habe ich vier Kinder und denke immer noch sehr oft an meinen Vater, denke daran, wie gerne er Opa sein wollte.
Meine Kinder wissen, dass ihr Opa ein Engel ist und im Himmel wohnt, mir ist es wichtig das ­sie über ihn bescheid wissen.
Das ­ganze ist 10 Jahre her und auch heute frage ich mich immer noch warum?
Dann fällt mir immer dieser Satz ein, NUR DIE BESTEN STERBEN JUNG.
Es gibt Situationen im Leben die einen prägen, die einen fertigmachen, doch wir dürfen nie die Menschen vergessen, die hier sind und uns brauchen.
In meinem Fall ist es die Familie, meine Kinder, die mir Halt und Liebe geben, das gleiche möchte ich an sie zurückgeben.


Mein Papa und ich

Zwei Tage nach diesem Bild ist mein Vater verstorben

Da ist er heute, unvergessen




Das war meine Geschichte, habt ihr schon die anderen tollen Geschichten gelesen?Jedes Erlebnis ist einzigartig auf seine Art.Ich möchte sie euch nahelegen, die ­ImageMap hilft euch dabei, direkt zum jeweiligen Blogger zu gelangen.





Kommentare

  1. Symbolisch möchte ich dich ganz doll drücken. Auch ich habe momentan sehr große Angst um Angehörige meiner Familie und werde diesen schweren Weg wohl über kurz oder lang auch gehen müssen.
    Ich finde es so schön, dass dein Papa die kleine noch sehen konnte und sie in ihrem Leben begrüßen durfte.
    Alles Gute für dich und deine Familie und weiterhin viel Stärke in deinem Leben!

    Grüße Lisa Stachel!

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    1. Hallo Lisa, danke für deinen lieben Worte.Wenn jemand von uns geht ist es nie leicht, am Anfang ist es schwer doch mit der Zeit lernt man damit zu leben.Ich wünsche dir alles liebe und gute, auch für deinen Angehörigen.LG Nadel

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  2. hallo Nadja, ein sehr persönlicher und trauriger Post. 51 ist wirklich kein Alter zum Sterben. "Nur die Besten sterben jung" trifft da wirklich zu. Viele jammern über das "doofe Wetter", die "dumme Post, die sich mal wieder verspätet" usw.. ganz ehrlich? solchen Leuten könnte ich eine knallen. Die wissen gar nicht, wie gut sie es haben. ich kann mir gut vorstellen, dass es auch heute nach knapp 10 Jahren noch schwer ist. vor allem für deine 4 Kids, sie müssen ohne Opa aufwachsen :/ ich denke, sie merken auch, dass etwas fehlt/ein Loch da ist. ich wäre an deiner Stelle im Krankenhaus zusammengebrochen. die Maschinen abzustellen mit dem Hintergrundwissen, dass es mehr oder weniger der letzte Ausweg ist, muss hart sein. du hast bestimmt Jahre gebraucht, um überhaupt wieder verhältnismäßig normal leben zu können oder?! die Realität holt einen auch irgendwann ein, am Anfang ist man noch wie in Trance ("er ist noch da, ich hab geträumt."). mein damaliger bester Freund ist wenige Wochen vor seinem 10. (!) Geburtstag verstorben. ich hab ca. 2 Jahre gebraucht, um ganz zurück ins Leben zu finden. ich möchte meinen "Fall" nicht mit deinem vergleichen, kann man auch gar nicht. aber ich kann zumindest bedingt nachempfinden, wie es dir damals ergangen ist/heute ergeht. bei J. kam der Tod auch sehr plötzlich. also brauchte man/brauchten wir (du und ich) deswegen bestimmt noch mal länger, um alles zu realisieren. falls ich mich wiederholen sollte, entschuldige. ich schreibe hier auch gerade einen halben Roman^^ ich finde dies aber ausnahmsweise mal nicht schlimm. die Bilder von deinem Dad haben so etwas glückliches, unbeschwertes an sich. wenn ich sie anschauen und deine Geschichte nicht kennen würde, würde ich denken: "tolle Bilder aus alten Zeiten. Heute strahlt er (=dein Dad) bestimmt immer noch so". ich werde mir die anderen Berichte auch mal durchlesen. ich finde es auch mutig, sowas öffentlich im Netz zu posten. positiv gemeint.
    ich wünsche dir und deinen Kids alle Kraft!

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    1. Hallo Marisa, vielen dank für deine aufbauenden Worte.Der Tod gehört zum Leben dazu, wir alle wissen das, doch wenn es passiert reißt es ein großes Loch in die Familie.Der plötzliche Tod wie bei meinem Vater finde ich schlimmer als wenn man weiß was auf einen zu kommt und man sich noch verabschieden kann.Was aber nicht heißen soll das es anders nicht auch schlimm ist.Man lernt einfach damit zu leben, verarbeitet habe ich es bis heute nicht, ich bau darauf meinen Vater irgendwann wieder zu sehen.LG Nadel

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  3. Meine liebe Nadel,
    puh,ich muss erstmal schlucken und Trännen weg wischen...
    Weiß grad gar nicht was ich Schreiben soll...
    Ich kann mir sehr gut vorstellen das Dir beim schreiben auch die Trännen gelaufen sind...
    Ich kann mich einfach nur denn Worten von der Marisa M anschließen...

    Ich Knuddel und Dück dich lieb :-*

    Lg Tanja

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    1. Hallo Tanja, ja es war nicht leicht.Die Erinnerung ist da, bleibt da und wird wohl nie ganz verschwinden, ich meine die Zeit im Krankenhaus.Die Bilder sind in meinem Kopf eingebrannt.LG Nadel

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  4. Hallo Nadja,

    dein Text hat mich gerade sehr gerührt, denn auch bei mir und meiner Familie kam ein Schicksalschlag plötzlich. Auch mein Vater. Er hatte einen Schlaganfall vor zwei Jahren, hat ihn aber überlegt, allerdings ist er seit dem Schwerbehindert und muss von uns gepflegt werden.

    Ich weiß genau, was in dir damals vorging, denn auch mir ging es vorallem im Krankenhaus so. Die Mauer hatte ich auch gebaut und ja, oft ist sie immer noch da.

    Ich hoffe ihr habt euch in der Familie und alle geben sich gegenseitig Kraft. Das hat mir und meinen Eltern immer sehr geholfen, dass wir uns alle hatten und uns unterstützen können. Deine Kinder werden dir bestimmt viel Kraft geben können und du kannst ihnen von einem tollen Opa erzählen.

    Wir kennen uns nicht, aber ich drücke dich und wünsche dir weiterhin sehr viel Kraft und Glück im Leben. :)

    Lieber Gruß
    Nuriyya

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    1. Hallo Nuriyya, danke für deinen lieben Worte.Ja, die Mauer habe ich auch heute zwischendurch noch um mich herum.Nach dieser Zeit hatte ich Schwierigkeiten Gefühle zu zeigen, auch heute fällt es mir manchmal schwer.Tut mir leid mit deinem Vater, ihr macht jeden Tag eine schwere Zeit durch und braucht eine Menge Kraft.Ich wünsche dir und deiner Familie für die Zukunft alles Gute und ganz viel Kraft.LG Nadel

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  5. Schrecklich... ich selbst kannte meinen Vater nie wirklich und hatte deshalb auch ehrlichgesagt nichts gefuehlt als vor 2 Jahren ein Anruf aus Deutschland kam er sei gestorben.
    Aber ich weiss inetwa wie du dich fuehlst. Mein Mann hat seinen Vater vor 10 Jahren mit 52 verloren. Viel zu frueh an ploetzlichem Ausbruch einer Krebserkrankung, von der vorher niemand wusste. Ich sehe wie er daran leidet und wie sehr es ihn mitnimmt dass er seinen Enkel nicht treffen kann. Er spricht sehr oft von ihm und betet oft vor unserem Hausaltar und zeigt ihm den Kleinen im Trikot ihres Lieblingsteams.
    Allein das zu sehen tut weh...
    Ich hoffe du, genauso wie mein Mann, behaelst deinen Papa in Erinnerung und lebst dein Leben so gut es geht, weil er das sicher so gewollt haette.

    LG Rin

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    1. Hallo Rin, ja man vergisst nie, das ist auch gut so.Es gibt gute Tage und dann wieder sehr schlechte Tage, doch man muss stark sein und bleiben vor allem für die Kinder.Ich werde ihn immer in Erinnerung behalten, ich rede oft mit den Kindern darüber.Ich wünsche deinem Mann weiterhin viel Kraft und Stärke.LG Nadel

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  6. Hallo Nadja, du hast das sehr gefühlvoll geschrieben, bei jedem Satz spürt man, dass Du deinen Papa sehr geliebt hast. Deine Zeilen zeigen mir aber auch, dass es Dir auch heute noch schwer fällt zu akzeptieren, dass er so früh gehen mußte. Wenn man einen Angehörigen verliert, ist es immer zu früh und leider heilt die Zeit keine Wunden und Sätze wie die Besten gehen immer zu früh, haben auch mir nicht geholfen. Deshalb schick ich Dir einfach eine stille Umarmung.

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    1. Hallo Ulrike, danke für dein Kompliment.Ja du hast recht, bis heute verstehe ich es nicht, es ist schwer damit umzugehen.Meine Familie und die Kinder geben mir Kraft besser damit umgehen zu können.Die Zeit heilt gar nichts, da hast du auch recht.Ich habe deinen Text gelesen der mich sehr traurig gemacht hat.Das Schicksal ist manchmal wirklich sehr gemein.LG Nadel

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